| Steinmeier: Konjunkturmittel gut angelegt |
| Mittwoch, 25. Mai 2011 | |
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Der Bundespolitiker – bis 2009 Vizekanzler des Landes – staunt über das historische Ensemble, über die Ausstrahlung von Refektorium und Renaissance-Schloss, das sich mit sanierter Außenfassade präsentiert. Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP) nutzt die Gelegenheit, begrüßt Steinmeier in seiner Stadt und weiht ihn anhand der WendePunkte-Ausstellungssäule aus dem Jahr 2009 kurz in die jüngere, die militärisch geprägte Schlossgeschichte ein. Dass Doberlug-Kirchhain jetzt für eine erste Brandenburger Landesausstellung im Jahr 2014 im Gespräch ist, gehört zur künftigen, zur zivilen Nutzung des Schlosses. Er habe nicht so oft die Möglichkeit, sich zu überzeugen, „dass aus dem, was wir entschieden haben, etwas Vernünftiges geworden ist“, sagt Steinmeier dann zu den Genossen und ihren Gästen. Dass im Refektorium auch Konjunkturmittel stecken, freue ihn. Die – so kann sich Steinmeier einen Seitenhieb nicht verkneifen – seien schließlich „vor zwei Jahren in der tiefsten Wirtschafts- und Finanzkrise noch von den richtigen Leuten in der Regierung auf den Weg gebracht“ worden. Umbau der Energielandschaft
Vereine werben für sich Rund 200 Mitglieder hat die Partei derzeit im Landkreis. Für den Freitagabend sind 450 Einladungen auch an kommunale Verantwortungsträger, Unternehmen und Vereine verschickt worden. Weit mehr als hundert Gäste sind ihr gefolgt. Darunter auch Dieter Lange, Geschäftsführer der HQM Rohrleitungssysteme GmbH im Tröbitzer Gewerbegebiet. Der Autozulieferer hat momentan 60 Beschäftigte, im Vorjahr waren es noch zehn weniger. Bei der Fülle seiner Verpflichtungen spricht Dieter Lange bei dem Termin mit Steinmeier von einem eher entspannten Ausklang der Arbeitswoche. Nicht ohne Autogramm vom Bundespolitiker will Carla Throne vom Verein „Die Lobenburge“ zurück nach Hohenleipisch fahren. Als Steinmeier an ihrem Tisch sitzt, haben sie und die Vereinsvorsitzende Petra Wetzel Gelegenheit, über Blütenkönigin, Streuobstwiesen und ihr Laienschauspiel zu informieren. „Er wollte viel wissen“, staunt Carla Throne. Um Regional- und Kirchengeschichte von Lebusa geht es, als Anita Rake und Andrea Richter ein angeregtes Gespräch mit dem Gast aus Berlin führen. Autogramme gefragt Nebenbei schreibt er immer wieder Autogramme. Unter anderem für den FSV Grün-Gelb Doberlug-Kirchhain. Steinmeier stutzt kurz, um dann zu erklären: „Grün-Gelb schreibe ich, Schwarz-Gelb mag ich nicht so.“ Dann hört er wieder den beiden Frauen zu. Sie sind vom Förderverein „Orgel- und Kulturzentrum Lebusa und Mitglied im dortigen Gemeindekirchenrat. Sie berichten von den aktuellen Arbeiten am Oberlaubenstall. Das erste Konzert in Lebusa findet am kommenden Sonntag statt. Zum Konzert am Himmelfahrtstag haben sie Frank-Walter Steinmeier eingeladen. „Ob er kommt, wissen wir nicht“, fügt Anita Rake an. „Kann man die Rente mit 67 nicht zurücknehmen und bei 65 bleiben?“, wird er von einem Gast, der an den Tisch kommt, gefragt. Jetzt ist wieder der Bundespolitiker Steinmeier gefragt. Heike Lehmann Lausitzer Rundschau | 23. Mai 2011 -> Klick zum Artikel: "Visite in militärischer Vorzeigeeinrichtung" |




Dann lässt der Oppositionsführer im Bundestag seinen Arbeitstag Revue passieren. „Arbeit, Umwelt, Energie“ war Thema einer Konferenz am Morgen in Schwarzheide. Der Seecampus sei wunderbar gelungen. Es sei schön zu sehen, dass aus ehemaligen Tagebauen neue Zukunft entsteht, umreißt er kurz und knapp, was ihn beschäftigt hat. Dann verweilt er gedanklich – ebenso knapp – beim notwendigen „Umbau der Energielandschaft“. Der Abschied von der Atomkraft in den nächsten Jahren stünde außer Frage, sagt er. „Aber wie schnell können wir umschalten auf erneuerbare Energien? Wie lange sind wir noch auf konservative Kraftwerke angewiesen?“, seien die Fragen, auf die vorher eine Antwort gefunden werden muss. Ängste vor der bevorstehenden Bundeswehrreform hat er im Fliegerhorst Holzdorf gespürt. Mit Entscheidungen ist Ende November zu rechnen, sagt er. In Doberlug-Kirchhain wisse man nur zu gut um schmerzlichen Folgen solcher Einschnitte, zeigt sich Steinmeier gut informiert.